Was sind Labor-Diamanten?

Von Tanja Ursoleo, 18. July 2018

Liebe Userin,

Labor-Diamanten sind nichts Neues: Mitte der 50er-Jahre hatte die Firma General Electric ein Verfahren entwickelt, um künstliche Diamanten herzustellen. Diese sind bis heute durch ihre einzigartigen Eigenschaften besonders in der Industrie sehr beliebt. Aber seit einigen Jahren findet der Labor-Diamant aus dem Silicon Valley auch den Weg zum Juwelier: Mit der Verbesserung der aufwendigen Herstellungsprozesse lassen sich immer hochwertigere Edelsteine produzieren, die den ästhetischen Anforderung der Schmuckhäuser entsprechen.

Gleich vorab: im Labor gezüchtete Diamanten, auch synthetische Diamanten genannt, sind kein Diamanten-Ersatz wie etwa Zirkonia. Ein Labor-Diamant ist optisch, sowie in seinen chemischen und physikalischen Eigenschaften nicht von einem natürlichen Diamanten zu unterscheiden, dafür braucht es ein Prüflabor. Dennoch gibt es einen entscheidenden Unterschied: Die Gewinnung und die damit verbundenen Konsequenzen für Mensch und Umwelt. Synthetische Diamanten entstehen im Labor, der Prozess dauert ca. vier Wochen, Keimdiamanten werden grosser Hitze und Druck ausgesetzt, Kohlenstoff lagert sich ab und lässt die Keime wachsen. So entsteht vereinfacht erklärt ein 1 Karat Rohdiamant. Ein natürlicher Diamant stammt aus einer riesigen Mine. Die Gewinnung dieser Diamanten, die von den meisten Schmuckhäusern verwendet werden, belastet nicht nur die Umwelt: Um einen 1 Karat Rohdiamanten zu finden, werden 250 bis 350 Tonnen abgebaut. Weiter können auch heute nicht alle Lieferanten die Herkunft der Edelsteine transparent nachweisen.

Nun zum Preis: Ein Rohdiamant aus dem Labor und ein Rohdiamant aus einer Mine werden zum Zeitpunkt der Entstehung oder Extraktion praktisch zum gleichen Preis gehandelt. Während die Zwischenhändler den Preis der natürlichen Diamanten während des gesamten Produktionsprozesses verteuern, ist ein Labor-Diamant im Vergleich dazu ca. 30 Prozent günstiger.

Reinheit, Farbe und Schliff werden wie bei anderen Diamanten auch, nach den üblichen Vorgaben der Schmuckindustrie zertifiziert und entsprechend als laborgezüchtete Diamanten gekennzeichnet. 

Ein Schmuckhaus, das sich auf dieses Business konzentriert, ist Courbet in Paris, das sich im Place Vendôme niedergelassen hat und dort ausschliesslich Schmuckstücke aus Labor-Diamanten und rezykliertem Gold anbietet. 

Funkelnde Grüsse,

Tanja Ursoleo

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