Mailand

Goldene Zeiten

Von Michèle Boeckmann, 2. Juni 2015

Seit dem 9. Mai ist Mailand um ein kulturelles Highlight reicher, und ich war vergangenes Wochenende dort. Der Stararchitekt Rem Koolhaas baute für die Fondazione Prada in der Peripherie im Süden Mailands ein Kulturzentrum… Weiterlesen

Heute ist alles cool: Interview mit Riccardo Grassi

Von Claudia Müller, 1. Juni 2015

Vor dreissig Jahren hat er als Erster den belgischen Designer Martin Margiela entdeckt. Heute führt Riccardo Grassi den einflussreichsten Showroom Italiens. Auf sein Gespür für Trends verlassen sich Boutiquen auf der ganzen Welt – und in der Schweiz. Nach einem 10- bis 12-stündigen Arbeitstag gönnt sich Riccardo Grassi bei Sonnenschein am liebsten einen Aperitivo mit Freunden.   Riccardo Grassi (56) ist viel auf Reisen. Sein Showroom in Mailand zählt an die 2000 Kunden in mehr als 70 Länder. Nach einem Monat gelingt es mir einen Termin zu bekommen. Dafür nimmt sich der sympathische Italiener auch Zeit.   In seinem Showroom verkauft Riccardo Grassi Kreationen von 30 Labels, darunter sind auch Namen wie Giambattista Valli, MSGM und N°21.   Claudia Müller: Riccardo Grassi, zu Ihren Kunden gehören auch Schweizer Boutiquen. Sind die Schweizer modebewusst? RICCARDO GRASSI: Wir haben viele Kunden in Zürich, wie die Boutique Fidelio oder Trois Pommes aber auch in Genf arbeiten wir mit vielen Boutiquen zusammen. Die Schweiz ist sicherlich ein Land, welches die Mode liebt, auch wenn es ein bisschen konservativer sein darf. Aber Schweizer geben gern Geld aus für schöne Dinge. Und sie legen viel Wert auf die Qualität. Was bedeutet Mode für Sie? Neugierde und Glamour. Glamour? Ich denke es gibt kein Kleid auf der Welt, das ohne eine Einordnung anhand von Adjektiven wie glamour, chic oder cool auskommen kann, damit es einen Wert erhält, bestehen kann. Das ist viel wichtiger, als das was uns gefällt. Heutzutage kann ein Designer nicht „nur“ ein Kleid entwerfen, er muss ein Universum schaffen. Sein Name, sein Universum muss er dann gekonnt auf dem Laufsteg zeigen, in der Werbung und in den neuen Medien vermitteln. Heutzutage ist der Designer auch Marketing Manager? Heute musst du als Designer sehr marketingorientiert sein. Die sozialen Medien sind Teil dieser Welt, die auch den Markt bestimmen. Alles geht sehr schnell. Facebook, Instagram und Snapchat stehen in der Modewelt an der Tagesordnung. Der Beruf „Designer“ hat sich stark verändert. Arbeitet er heute mehr konzeptuell? Nein. Heute arbeitet er zeitnah. Früher arbeitete er mehr konzeptuell. Alles ist schneller geworden. Das Kleid, dass gestern auf dem Laufsteg war, soll morgen verkauft werden. Lidewij Edelkort, eine bekannte holländische Trendwatcherin hat kürzlich genau das kritisiert. Das Modesystem braucht einen Wandel. Die Mode wie wir sie aus den 80er-/90er-Jahren kennen, ist tot. Alles ist anders heutzutage. Das ist eine Tatsache, das können wir nicht ändern. In den 80er-Jahren haben wir fünf Monate gewartet, bis wir das Kleid auf dem Laufsteg anfassen durften. Heute warten wir fünf Minuten. Es gibt heutzutage Online-Seiten, wo du das Kleid, das erst noch auf dem Laufsteg präsentiert wird, bereits reservieren kannst. In 90 Tagen bist du der Erste, der das Kleid haben wird. Weiterlesen

Italienischer Jungdesigner setzt auf Urban Streetwear

Von Claudia Müller, 12. Mai 2015

Eigentlich wollte er Papst werden. Jetzt ist er eben Designer geworden. Luciano Parisi habe ich in Mailand getroffen. Weil er so gar nichts mit italienischer Bling-Bling-Mode am Hut hat. Ein Gespräch mit einem jungen Mann, der ungewollt den Zeitgeist trifft. Weiterlesen

Warum Mode manchmal wie Fussball ist

Von Barbara Loop, 8. April 2015

Am Ende der Gucci-Männershow jubelte das Publikum, die sonst so distinguierten Modeleute um mich herum riss es gar von den Bänken. Vielleicht war es diese schaurig schöne «Das geht in die Geschichte ein»-Atmosphäre. Vielleicht war es auch mein eigentlich ganz… Weiterlesen

Milano: Eindrücke von Modechefin Daniella Gurtner

Von Daniella Gurtner, 26. Februar 2015

Alessandro Michele, neuer Kreativdirector von Gucci hat seine Sache gut gemacht! Eine subtile, poetische und zarte Kollektion, die nichts mit dem Frauenbild seiner Vorgänger, Frida Giannini und Tom Ford, zu tun hat. Diese fragile genderübergreifende Kollektion mit Männern in Frauenkleidern… Weiterlesen