Wie erkennt man Fälschungen bei Uhren?

Von Monique Henrich, 13. Juni 2018

Schweizer Fake-Uhren sind beliebt und auch Big Business: Jährlich werden mindestens so viel gefälschte wie echte Uhren hergestellt und verkauft, also je rund 25 Millionen Stück. Für den Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) ist die Jagd nach den sogenannten Fakes ein Räuber- und Poli-Spiel: Nur schätzungsweise bis zu zwei Millionen Uhren werden jährlich beschlagnahmt und zerstört.

Der Besitz einer gefälschten Uhr ist in der Schweiz nicht strafbar. Verboten ist jedoch deren Import: Am Zoll entdeckte, gefälschte Artikel, dazu gehören auch Luxusaccessoires wie Handtaschen, können bussenfrei eingezogen und vernichtet werden, wobei die Zöllner – anders als in Frankreich – recht tolerant sind. Bei „Grossimporten“ wird jedoch der Markeninhaber kontaktiert, der in den meisten Fällen rechtlich vorgeht, was hohe Spesen, Gebühren der Zollverwaltung und Anwaltshonorare zulasten des Verursachenden mit sich zieht.

Damit Sie nicht in die Fälschungsfalle tappen, sollten Sie folgendes beachten:

– Vorsicht ist geboten wenn bekannte Markenuhren wie Omega, Rolex, Cartier & Co. ab 50 bis zu wenigen hundert Franken kosten.

– oder eine Uhr als Replica angeboten wird: Das ist eine vollständige, billige Fälschung und hat nichts mit Vintage zu tun.

– oder eine Top-Markenuhr, auch Frankenuhr genannt, für einige tausend Franken, aber immer noch weit unter dem Ladenpreis angeboten wird. Hier leuchten alle Alarmlampen: Eine Frankenuhr ist im Gegensatz zur Replica zwar aus verschiedenen echten Einzelteilen zusammengesetzt, das Puzzle ergibt aber eine völlig wertlose, nicht reparierbare Uhr, die oft schon nach kurzer Zeit nicht mehr funktioniert. Meist wird sie in einer ebenfalls gefälschten „Originalverpackung“ und mit unechten Papieren als Vintage angeboten. Zu den Bestsellern unter den Frankenuhren gehört die Rolex Submariner, ihr offizieller Verkaufspreis in der Schweiz liegt bei 12’800 Franken.

– Vorsicht ist auch geboten, wenn eine Markenuhr ein Leichtgewicht ist. Dann ist ihr Innenleben nicht mit einem mechanischen, sondern mit einem günstigen Quarzwerk ausgerüstet. Einfach zu erkennen am Sekundenzeiger, der über das Zifferblatt hüpft statt gleitet, wie das bei mechanischen Werken der Fall ist.

– oder wenn mit oder gar ohne Lupe auf dem Ziffernblatt unsaubere Zahlen und Linien erkennbar sind, ist mit Sicherheit von einem Fake auszugehen. Erkennungsmerkmal bei einer echten Uhr von Cartier sind die Ziffern 7 oder 10, auf deren graden Strichen in Kleinstbuchstaben das Logo des Uhrenherstellers eingraviert ist.

Mehr Infos finden Sie auf der Schweizer Plattform gegen Fälschung und Piraterie: stop-piracy.ch

Herzlich,

Monique Henrich

 

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