Ist Mode wichtig?

Von Cati Soldani, 5. February 2018

Was Sie ansprechen, ist für uns Moderedaktorinnen die Frage aller Fragen. Sie in ein paar Sätzen zu beantworten, das ist beinahe unmöglich. Ich will es aber trotzdem versuchen. Wenn man im Duden das Wort Mode nachschlägt, liest man folgendes: «Kleidung, die dem aktuellen Zeitgeschmack entspricht.» Mir gefällt dieser Satz sehr, weil er kurz und bündig zu einer ersten Klärung verhilft. Doch natürlich greift die Definition von Mode viel tiefer. Sie gehört zu den sichtbarsten Merkmalen, um eine Person einzuordnen. Mode ist Persönlichkeit! Sie ist der erste Eindruck bei einer Begegnung, sie ist laut, farbig und unkonventionell, kann aber auch zurückhaltend und dezent sein. Mode ist Notwendigkeit, Schutz und Wärme. Sie kann einen Menschen zu einer sozialen oder kulturellen Gruppierung zuordnen. Manchmal wird Mode auch vernachlässigt, hat ausschliesslich einen praktischen Nutzen zu erfüllen. Und manchmal kann Mode eben auch die Essenz für jemanden sein. 

Es ist noch gar nicht lang her, etwa 60 Jahre, als die Mode einem strengen Diktat unterlag. Die Menschen damals mussten sich modisch unterordnen, um in das jeweilige soziale Umfeld zu passen. Zum Glück gab es verschiedene Jugendrevolten, die von diesem einheitlichen Bild ausbrechen wollten. Persönlichkeiten, die solche Revolten anführten, sind noch bis heute als Ikonen bekannt und bieten eine nie versiegende Inspirationsquelle für viele Designerinnen und Designer bei der Umsetzung ihrer Kollektionen.

Momentan ist das Modediktat einer Anarchie gewichen. Für mich, die in der Mode arbeitet, heisst diese Anarchie Individualismus. Und das ist gut so!

Lassen Sie sich inspirieren von der Vielfältigkeit der Mode und versuchen Sie einen Look zu finden, der Sie glücklich macht.

Herzlich, 

Cati Soldani

Kommentare

Newsletter

Das Beste jede Woche in Ihrer Mailbox