Was soll ich bloss am Weihnachtsabend anziehen?

Von Jacqueline Krause-Blouin, 15. December 2017

Jedes Jahr die gleiche Szene, bald läuten sie wieder, die Glocken und wir stecken verzweifelt die Köpfe in unsere Kleiderschränke. Santa Baby ist auf dem Weg und wir haben noch den Pyjama an. Wobei – es soll ja die Gattung Mensch geben, die den Weihnachtsabend tatsächlich in Selbigem verbringt. (Können Sie mein Augenrollen sehen?) Wenn es nach mir ginge, und das tut es hier ja zum Glück, könnte Santa diese Zeitgenossen getrost in seinen Sack stecken. Auf Nimmerwiedersehen ihr Banausen! Es gibt in Sachen Sleepwear natürlich Unterschiede: Sollten Sie ein sexy Fest der Liebe mit Ihrer besseren Hälfte geplant haben, spricht nichts gegen ein Seidennegligé (am besten bodenlang und in rot!) gepaart mit einem passenden Kimono. Dass Omas Wollsocken in der Schublade bleiben, versteht sich von selbst. Wie wär’s stattdessen mit Stay-up-Nylons?

Wer sich (mein Beileid!) statt eines privaten Rendezvous zu einem Tête-à-Tête mit Tante Eleonores Truthahn und der buckligen Verwandtschaft gezwungen sieht, der greife auf das Weihnachtskleid zurück. Haben Sie nicht? Nun, lesen Sie weiter. Es ist nicht zu spät. Jede Frau sollte ein Weihnachtskleid besitzen, auf das man sich das ganze Jahr über freuen kann. Ein Weihnachtskleid ist nicht zu sexy, nicht zu brav – aber vor allem: festlich. Ein A-Linien-Schnitt eignet sich gut und ich empfehle hochwertige festliche Stoffe wie Samt, grobe Spitze oder sogar Brokat in gedeckten Farben. Darf es ein bisschen mehr sein? Verdammt, ja! Es ist Weihnachten, also raus mit den Pailletten. Grosse Statementschleifen etwa machen sich gut, ein bisschen Drama hat noch keinem geschadet. Damit man Sie allerdings nicht mit dem Tannenbaum verwechselt, entscheiden Sie sich bitte für ein Show-Element. Also entweder Brokat ODER Pailletten. Entweder Samt ODER Strasssteine. You get the Message.

Und jetzt noch ein Wort zu den beliebten Weihnachtspullis. Die sind nicht toll, aber sie sind okay. Wohldosiert und nur in der Vorweihnachtszeit (und bei Weitem nicht alle Modelle! Dieses hier mit der „Driving Home for Chanel“-Aufschrift ist aber schon ziemlich cool. Tun Sie, was Sie nicht lassen können, Marc Darcy ist damit schliesslich auch zur Legende geworden. Aber bitte lassen Sie den Heiligen Abend heilig bleiben und geben Sie sich zu dieser Gelegenheit etwas Mühe mit Ihrem Outfit. Dann gibt es auch weniger Streit. Versprochen. Wie ich immer zu sagen pflege: Es ist verdammt schwer schlecht drauf zu sein, wenn man gut angezogen ist.

Ho, ho, ho und herzlich!
Jacqueline Krause-Blouin

 

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