Spotted: Outdoormode, die in den Augen schmerzt

Von Andrea Bornhauser, 25. Juli 2017

Letzte Woche war ich mit den Kids in den Ferien. Nein, nicht am Strand mit Meer, sondern in den Bergen. Im Montafon, um genau zu sein. Das ist ein schönes Tal im Vorarlberg, gleich nach der österreichischen Grenze. Würde man von da aus über die Berge kraxeln, man würde direkt im schweizerischen Prättigau oder im Unterengadin landen. So nah ist das. Und so nett sind sie da alle, die Ösis. Ja, wir haben uns gut verstanden. Aber ich möchte an dieser Stelle keinen Werbespot für die österreichische Gastfreundschaft, Fauna und Flora abdrehen, schliesslich ist das hier ja ein Modeblog!

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Deshalb möchte ich heute etwas über Outdoormode schreiben, die mir in den Augen schmerzt. Keine neue Erkenntnis zwar, ich war ja davor auch schon in den Bergen. Und frage mich immer wieder aufs Neue, weshalb funktionale Bekleidung eigentlich immer so unvorteilhaft aussehen muss? Das fängt bei unförmigen Schnitten an (Stichwort: Auf der Taille festgezurrte Hochwasser-Hosen aus Microfaserstoff) und hört bei grellen Farben und augenkrebserregenden Farbkombos (Stichwort: Ultraviolett/Neonorange oder Granny-Smith-Grün/Königsblau) auf. Ein weiteres Problem seh ich darin, dass diese optischen Zumutungen ja meistens in Rudeln auftreten. Sprich, da kommt einem ja selten ein Wanderer allein in so einem Outfit entgegen, sondern immer gleich mehrere. Gruppen- oder Paar-Wandervögel. Kombiniert sind diese Outdoor-Looks der Supergau für meine Augen, so sorry.

Mir ist schon klar, dass es praktische Gründe für diese Art von Freizeitbekleidung gibt. So machen beispielsweise leuchtende Farben in Wildnis und Schnee natürlich in Notsituationen total Sinn. Und die Hightech-Materialien sind strapazierfähig, wasserabweisend und trocknen schnell, was auf Wandertouren sicherlich sehr angenehm ist – die aber in ihrer Herstellung teilweise alles andere als umweltfreundlich sind. Synthetische Fasern lassen sich halt schwer abbauen.

Nichtsdestotrotz: Was mich nach unseren Tagen im Montafon beschäftigt, ist die Frage: Gibt es eigentlich keine funktionale Outdoorbekleidung, die schön aussieht? Ich beispielsweise war zwar mit Wanderschuhen  auf dem Berg, habe aber dazu meine normalen Jeans getragen, weil es mir im Traum nicht in den Sinn kommen würde, so hellbeige Kunstfaser-Hosen mit abzippbaren Beinteilen anzuziehen. Auch keinen dieser sportlichen Sonnenbrillen oder Rucksäcke aus Nylon-Rippstopp-Stoff. Was würde ich aber machen, wenn Wandern bei mir pro Jahr mehr als zwei Mal auf dem Plan stehen würde? Was würde ich mir da an Kleidern und Material anschaffen? Oder andersrum gefragt: Welche Labels kaufen meine wander- und naturbegeisterten Freunde und Leute mit Geschmack und Stil? Ihr dürft gerne Eure Tipps hier in der Kommentarleiste abgeben, das würde mich echt wundernehmen.

Soweit ich weiss, gibts unterdessen im Zuge des Athleisure-Trends von etablierten Outdoor-Labels wie Peak Performance, The North Face, Fjällraven, Penfield oder Black Yak Jacken, Hosen und Gepäck in schönen, abgedämpften Farbtönen oder einfach in schlichtem Schwarz. Teva-Sandalen sind wieder angesagt und Balenciaga macht ja jetzt auch Outdoorjacken. Und es gibt junge kleine Brands wie etwa Isaora aus New York, die Kleider für wandernde Hipster machen. Die und viele andere coole Outdoorbrands gibts übrigens in Zürich bei Kevin in the Woods.

Gut, machen die das. Wenn das so weitergeht, kann ich mich in Zukunft vielleicht bei meinen Abstechern in die Bergwelt anstatt auf unmöglich grelle Wanderlooks noch mehr auf Alpenblumen, Murmelis, aufs atemberaubende Panorama und auf den Gipfelsturm konzentrieren. Das ist nämlich etwas sehr Schönes.

 

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