Spotted: Cellulite auf Magazincover

Von Andrea Bornhauser, 6. Januar 2017

Ich mag den Instagram-Feed von Lena Dunham. Er versorgt mich täglich mit Häppchen mit einer feministischen Sicht auf die Glitzer-Welt, in der sich der „Girls“-Star bewegt. Vor zwei Tagen bin ich an einem ihrer Beiträge besonders hängen geblieben: Es war ein Foto des Covers vom aktuellen US-Magazin“Glamour“ das 100% von Frauen produziert wurde. Darauf versammelt die vierköpfige „Girls“-Crew, von Kopf bis Fuss in die aktuelle SS17-Kollektion von Marc Jacobs gehüllt. Es waren aber nicht die massiven Plateau-Silber-Sandalen in Silber, die mein Auge catchten.

glamour-cover-2017-lena-dunham

Nein, es waren diese kleinen Dellen im linken Oberschenkel von Lena Dunham, die mir sofort aufgefallen sind. Eigentlich tragisch, ist es doch ein alltägliches Bild, etwa im Sommer in der Badi. Oder wenn ich selber in den Spiegel schaue. Fakt ist: 90% aller Frauen kämpfen irgendwann mit Orangenhaut. Ist nichts schönes, klar, aber eben weitverbreitet und – man kann kaum was dagegen unternehmen, besonders mit steigendem Alter.

Nein, was so irritierend war ist, Cellulite auf der Titelseite eines Hochglanz-Magazins zu sehen! Das hab ich noch nie! Orangenhaut wird normalerweise, wie andere Makel, in Modemagazinen per Photoshop wegretouschiert. Weil man ja im Magazin eine perfekte Welt und nicht die Realität erwartet. Deshalb fand ich das von der „Glamour“ – von Lena Denham sowieso, denn auf deren Mist ist das wohl gewachsen – so mutig und so toll, die Cellulite nicht wegzumachen. Und noch besser, dass sie das so kommentarlos gemacht hat. Ohne gross darauf hinzuweisen. Weil es schlussendlich eben das normalste auf der Welt ist, das Frauen Orangenhaut haben!

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