Spotted: Faltkunst

Von Andrea Bornhauser, 3. November 2016
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New York Streetstyle

Volants, Rüschen, Falten: Sie begleiten mich seit letztem Frühling. Ein modisches Phänomen, dass sich durch die Abteilungen von praktisch allen Mode-Warenhäuser schlängelte. Vor allem diesen Sommer, war der Rüschen-Peak in meinen Augen erreicht. Wo ich hinsah, kräuselten sich Stoff-Volants um die Schultern, Arme und Säume von Blusen und Kleidern. Besonders beliebt waren hellblaue, schulterblaue Baumwollkleider oder Blusen, die schiens irgendwo im Sonderangebot zu geben.

Ich habe hier schon mehrere Male betont, dass ich nicht so der Rüschentyp bin. Deshalb hat mich dieser Volant-Oderdose bis anhin auch ziemlich kalt gelassen. Ist ja abgesehen von meiner leichten Aversion auch nicht wirklich ein Trend, der sehr einfach zu tragen ist. Der viele Stoff setzt an, verändert Silhouetten und kann, am falschen Ort angenäht, auch richtig unvorteilhaft wirken.

Aber: Ich habe an den letzten Fashionweeks immer wieder Streetstylebilder von Frauen gesehen, die wirklich imposante Volants zur Schau trugen. Solche, die dem Namen „Volants“ gar nicht gerecht werden. Weil sie nämlich viel mehr sind als das, nämlich richtige Faltkunst. Da wogten messerscharfe, gestärkte Stoffwellen um zierliche Schultern. Wie kleine Kunstwerke.

Und die finde ich, mit Verlaub, schon ziemlich beeindruckend. Wäre ich an eine glamouröse Silvesterparty eingeladen, ich würde wollen, dass mich solche Wogen dahin begleiten. Nur wüsste ich nicht, was für einen Mantel ich mir überwerfen soll. Ach was, Taxi bestellen – fertig! Aber wo bleibt die Einladung?

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New York Streetstyle (Imaxtree.com)

 

 

 

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